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Bildung & Jugend

Kirche und Bildung haben eine lange gemeinsame Geschichte, denn das Bild des Menschen hat immer auch mit seinem Glauben zu tun. Ja, sogar das Wort „Bildung“ hat seine Wurzel in der christlichen Botschaft.
Einer der Leitsätze, die 1999 innerhalb der Landeskirche in Baden entstanden sind lautet:

"Wir wollen durch religiöse Erziehung und Bildung das Christliche in unserer Kultur lebendig halten."

Für diesen Leitsatz stehen die Angebote der verschiedenen Bildungseinrichtungen, die Sie auch in der Südlichen Kurpfalz finden.
Die Angebote sind breit gefächert, so dass viele Interessen angesprochen werden.

Sie enthalten nicht nur Angebote im Bereich der Erwachsenenbildung, sondern ebenso aus dem Bereich der Jugendarbeit und der schulischen Bildung.

April 2010als pdf

Freiheit und Liebe
Bildungsgesamtplan der Evangelischen Landeskirche in Baden
mit Bildern zur Geschichte Evangelischer Bildungsarbeit in Baden

Herausgeber
Evangelischer Oberkirchenrat in Karlsruhe

Gesamtleitung
Oberkirchenrat Prof. Dr. Christoph Schneider-Harpprecht
Referat Bildung und Erziehung

Der Bildungsgesamtplan wurde am 21.Oktober 2009 von der
Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden genehmigt.

1. Was ist eigentlich ein Bildungsgesamtplan?
Der vorliegende Bildungsgesamtplan klärt Auftrag und Ziel evangelischer Bildungsarbeit (Teil A), stellt die vielfältigen Aktivitäten in ihrem
Bezug zu ihren Adressaten dar (Teil B) und gibt Empfehlungen für die künftige Bildungsarbeit angesichts erkennbarer Herausforderungen
(Teil C; vgl. 7). Dahinter steht eine be stimmte Definition des Begriffes „Bildungsgesamtplan“: Er vereinigt Momente einer Bildungskonzeption,
eines Bildungsberichts und eines Bildungsplanes.

2. Warum wird jetzt ein Bildungsgesamtplan vorgelegt?
Bildung ist für den Protestantismus unverzichtbar. Sie hat Teil am Verkündigungsauftrag der Kirche und dient der Kommunikation
des Evangeliums. Immer wieder gilt es, den Auftrag evangelischer Bildungsarbeit im Blick auf die Herausforderungen der Zeit zu klären
und die Zielrichtungen festzulegen. Zu Beginn des neuen Jahrhunderts zeigen sich neue Herausforderungen, die eine Neubesinnung
evangelischer Bildungsarbeit als notwendig erscheinen lassen. Deshalb hat die Landessynode 2007 beschlossen: „Zur Vertiefung des Wissens über den christlichen Glauben richtet die Evangelische Landeskirche in Baden ihr Bildungsangebot neu aus.“
Für diese Neuausrichtung soll dieser Bildungsgesamtplan als Grundlage dienen (vgl. 1-6)

3. Worin besteht der Auftrag evangelischer Bildungsarbeit?
  Der Auftrag evangelischer Bildungsarbeit besteht darin, Menschen auf ihrem Lebens weg zu begleiten und ihnen zu helfen, in der Begegnung mit dem Evangelium von Jesus Christus und angesichts ihrer Lebensaufgaben das Menschsein, die Welt und das Leben immer wieder neu zu verstehen und dadurch in ein Leben in Freiheit und Liebe zu
finden. Evangelischer Bildungsarbeit geht es in besonderer Weise um die grundlegenden Vorstellungen von Menschen, Gruppen und Gesellschaften über das Menschsein, die Welt (einschließlich von Natur und Geschichte) sowie über ein gutes Leben. Diese Vorstellungen prägen in entscheidender Weise die Wahrnehmung, die Urteile und die Handlungen von Menschen (vgl. 10).

4. Was kennzeichnet evangelische Bildungsarbeit?
In Anlehnung an die äußeren Kennzeichen der Kirche, nämlich Predigt, Abendmahl und Taufe, hat die evangelische Bildungsarbeit drei grundlegende Merkmale (vgl. 11): Sie legt das Leben im Lichte der Heiligen Schrift und die Heilige Schrift im Lichte des Lebens aus. Sie vergewissert Menschen in ihrer Identität als Geschöpf und Ebenbild Gottes, das auf Gottes
Barmherzigkeit angewiesen ist, und bietet Orientierung für eine eigenständige und verantwortliche Lebensführung.
Sie bietet tragfähige Beziehungen, stärkt das Vertrauen, noch einmal neu anfangen zu können, und stiftet Zuversicht.
Bildungsarbeit findet in allen Bereichen kirchlichen Handelns statt, also auch in Gottesdienst, Seelsorge und Diakonie, wie auch umgekehrt
in allen Bereichen evangelischer Bildungsarbeit Gottesdienstliches, Seelsorgliches und Diakonisches stattfindet. Evangelische Bildungsarbeit gewinnt aber ihre spezifische und unterscheidbare Gestalt, indem sie Prozesse der Selbstreflexion auslöst und dabei die persönlichen Vorstellungen von Gott, dem Menschsein, der Welt und einem guten Leben zum Gegenstand macht und diese in Beziehung zur
biblischen Botschaft, zur reformatorischen Tradition und zu kirchlichen Bekenntnissen setzt. Dabei geht es ihr in besonderer Weise darum,
die Wirklichkeit des Menschen als Geschöpf und Gegenüber des gnädigen Gottes und der Welt als Schöpfung dieses Gottes wahrzunehmen
und Orientierungen für ein gerechtes, friedliches und schöpfungsgemäßes Leben entdecken zu lassen (vgl. 12).

5. Warum der Titel „Freiheit und Liebe“?
In ihrem Kern geht es evangelischer Bildungsarbeit um die Eröffnung einer Lebenshaltung, die von Freiheit und Liebe gekennzeichnet ist.
Diese Lebenshaltung realisiert sich in unterschiedlichen Lebensformen (vgl. 13-14).
Da diese Begriffe unterschiedlich ausgelegt werden können, bedürfen sie einer gründlichen Erläuterung:
Freiheit ist im Sinne der Bibel und der Reformation als Freiheit von der Sorge um sich selbst und als Freiheit für andere zu verstehen.
Sie gründet in der Zusage der bedingungslosen Annahme Gottes und in dem glaubenden Vertrauen darauf. Diese Freiheit ist ein Geschenk
und wird nie zum Besitz. Sie bedarf der immer neuen Rückbindung an Gottes Wort. Liebe ist als „Dasein für andere“ (D. Bonhoeffer) zu verstehen und findet ihren Ausdruck in ganz unterschiedlichen Gestalten (Nächstenliebe, Feindesliebe,Verantwortung, Diakonie, soziale
Gerechtigkeit, aber auch in der Liebe zu sich selbst und in einer partnerschaftlichen Sexualität). Sie gründet in dem Vertrauen in Gottes
Liebe. Sie kann nie zum Besitz des Menschen werden und ist ebenso wie die Freiheit als Geschenk anzusehen. Ihren eigentümlichen Charakter gewinnt sie im Aufblick auf den gekreuzigten Christus. Hier gewinnt sie Verständnis für die Brüchigkeit und Begrenztheit allen
Lebens und kann deshalb sowohl die Grenzen anderer als auch die eigenen Grenzen annehmen.

6. Welche Formen evangelischer Bildungsarbeit gibt es?
Die so bestimmte Bildungsarbeit begegnet als systematisch geplanter Lernprozess mit verbindlichem Charakter (formale Bildung z.B. im
Religionsunterricht), als freiwilliges Lernangebot (non-formale Bildung z.B. in der Erwachsenenbildung), aber auch als ungeplantes, beiläufi -
ges Lernen (informelle Bildung z.B. in der Kirchenmusik). Sie findet zugleich an verschiedenen Orten statt, die die Ziele und die Erwartungen maßgeblich bestimmen. Die religiöse Erziehung in der Familie, der Konfirmandenunterricht in der Gemeinde, die
religiöse Bildung im Kindergarten, das Studium an einer Evangelischen Hochschule müssen in ihren Aufgaben und Möglichkeiten und
deshalb auch in ihrem Auftrag deutlich voneinander unterschieden werden. Auf diesem Hintergrund werden Familie, Gemeinde,
Bildungseinrichtungen in evangelischer Trägerschaft, Vereine, Werke und Verbände sowie öffentliche Bildungseinrichtungen als Orte
evangelischer Bildungsarbeit unterschieden (vgl. 18).

Evangelische Bildungsarbeit hat je nach Ort mit ganz unterschiedlichen Personen zu tun. Während die einen sich für den christlichen Glauben
entschieden haben und sich darauf ansprechen lassen, gehören andere einer anderen Religion an oder vertreten eine Weltanschauung.
Wieder andere können vom Glauben entfremdet sein oder noch gar nichts von ihm gehört haben. Die Einsicht in die verschiedenen
Orte evangelischer Bildungsarbeit zeigt, dass diese sowohl nach innen in die Kirche und ihre Gemeinden als auch nach außen in die
Gesellschaft gerichtet ist. Daraus ergeben sich vier strategische Ziele evangelischer Bildungsarbeit, die für die Handlungsstrategie in den
kommenden Jahren leitend sind, nämlich: den Beitrag evangelischen Christentums für persönliches, gesellschaftliches, kulturelles und globales Leben erfahrbar zu machen; der Gesellschaft mit vielfältigen Angeboten zu dienen; Mitglieder für die Kirche und ihre Gemeinden zu gewinnen und diese zu pflegen; zur Mitarbeit in der Kirche zu motivieren und zu befähigen.
Das Wirken nach innen kann sich selbst nicht genügen, denn das Evangelium gilt „allem Volk“. Kirche ist nur Kirche, indem sie auch
„für andere da ist“ (D. Bonhoeffer). Zugleich wird deutlich, dass Bildung zwar immer mit dem Thema Beziehungen
zu tun hat, aber nicht immer mit Bindung an Kirche und Gemeinde in eins gesetzt werden kann.

7. An wen richtet sich evangelische Bildungsarbeit?
Evangelische Bildungsarbeit hat es mit dem ganzen Leben zu tun. Dies betrifft alle Lebensbereiche, vor allem aber auch alle Lebensphasen
(vgl. 19-40). Evangelische Bildungsarbeit beginnt mit dem ersten Lebenstag (wie die basale Religionspädagogik zeigen kann) und reicht bis in jene Phasen des Lebens, in denen die Lebenskräfte nachlassen und auch lebenslanges Lernen an seine Grenzen stößt. Die Menschen leben in diesen Lebensphasen in unterschiedlichen Lebensverhältnis sen, die durch Einkommen, Wohnverhältnisse, Gesundheit, Bildung sowie kulturelle und soziale Kontakte geprägt sind. Es gilt diese Lebensverhältnisse sorgsam wahr zunehmen, um Menschen durch Bildung begleiten und unterstützen zu können. In diese Wahrnehmung ist einzuschließen, mit welchen Lebensaufgaben es Menschen in den verschiedenen Lebensphasen zu tun haben, wie es um ihre Religiosität steht und wie sie an evangelischer Kirche und ihrer Bildungsarbeit teilnehmen. Nur so kann möglich werden, was als erstes Merkmal evangelischer Bildungsarbeit benannt wurde, nämlich das Leben im Lichte der Heiligen Schrift und die Heilige Schrift im Lichte des Lebens auszulegen.

8. Was fordert derzeit evangelische Bildungsarbeit besonders heraus?
Der Blick in die Lebensverhältnisse der Menschen, in die Art und Weise, wie sie ihre Lebensaufgaben angehen, in ihre Religiosität und ihre Teilhabe an evangelischer Bildungsarbeit lässt Herausforderungen und Chancen erkennen, mit denen evangelische Bildungsarbeit derzeit zu tun hat. Der Bildungsgesamtplan identifiziert 14 Herausforderungen, die Kirche und Christentum insgesamt betreffen und evangelische Bildungsarbeit anhalten, ihre Inhalte, Formen und Zielsetzungen zu überprüfen und neu zu bestimmen (vgl. 41-53).

.....
9. Wer gehört zu den Akteuren evangelischer Bildungsarbeit?
Die Darstellung der einzelnen Handlungsfelder zeigt die Vielfalt
und die Weite evangelischer Bildungsarbeit. Sie reicht von der Familie über die Krabbelgruppen und die Diakonie bis zu den
theologischen Fakultäten. Sie hat mit Kindern und Jugendlichen, mit Frauen und Männern, mit jungen Alten und dementen Menschen,
mit Menschen mit Behinderung und mit Menschen aus anderen Kulturen zu tun. Die Darstellung zeigt die Dynamik der Entwicklung
(z.B. Männerbildungsarbeit), aber auch kommende Schwierigkeiten wie z.B. in Zukunft verstärkt Mitarbeitende für die Diakonie zu finden
(Teil D).
Erkennbar wird, dass evangelische Bildungsarbeit auch außerhalb der verfassten Kirche angesiedelt ist (Familien, Verbände, Werke, staatliche Schulen und Hoch schulen). Erkennbar wird auch, dass wir insgesamt noch zu wenig über die realen Verhältnisse evangelischer
Bildungsarbeit wissen.
...
10. Wie geht es weiter?
Der Bildungsgesamtplan ist zunächst einmal auf ein gemeinsames Nachdenken und die Formulierung von Konsequenzen in den Handlungsfeldern selbst und sodann in den Kirchenbezirken sowie in den Gemeinden ausgerichtet. Dazu dienen in besonderer Weise auch die Empfehlungen.Er zielt aber auch darauf ab, mit der Bildungsöffentlichkeit ins Gespräch zu kommen und dort die Bildungsarbeit insgesamt sowie die evangelische Bildungsarbeit im Besonderen zu reflektieren. Die Vielzahl der Empfehlungen zwingt aber noch einmal zur Konzentration und zur Setzung von Prioritäten.Dies will das abschließende Strategiepapier für den Bereich der landeskirchlichen Bildungsarbeit leisten. Ausgehend von den oben genannten Zielrichtungen werden in sieben Bereichen insgesamt 35 Maßnahmen definiert, die im Zeitraum von 2010 bis 2020 realisiert werden sollen (Teil E).
Dazu gehört auch, dass in allen Bezirken und in den unterschiedlichen Feldern evangelischer Bildungsarbeit der Bildungsgesamtplan zur Kenntnis genommen und im Blick auf die eigene Arbeit reflektiert wird. Ein wichtiges Anliegen ist dabei, dass das „Orchester“ der evangelischen Bildungsarbeit „gestimmt“ wird.

 

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