Eindrücke der Kirchentags-BesucherInnen

32. Deutscher Evangelische Kirchentag in Bremen: 20.-24.5.2009

Eindrücke der Kirchentags-BesucherInnen aus der Südlichen Kurpfalz
- im Bus auf der Heimfahrt.

Carolin, 29:
Der Kirchentag hat mir die Möglichkeit gegeben, abzuschalten, den Alltag hinter mir zu lassen und neu aufzutanken. In den unterschiedlichen Gesprächen hatte ich Möglichkeit, mich mit anderen Menschen auszutauschen, und ich habe eine große Zusammengehörigkeit erlebt.

Fabian, 17:
Besonders toll am Kirchentag in Bremen fand ich die Gemeinschaft aller Menschen, den Austausch neuer Ideen und Anregungen für das eigene Leben.

Sehr beeindruckend fand ich die große Menge an gut organisierten Programmen, die sehr, sehr vielen freiwilligen Helfer organisiert und umgesetzt hatten. Für jeden Geschmack war etwas dabei: Für Neulinge wirklich empfehlenswert, aber auch für „alte Hasen“ immer noch interessant.

Ich habe an den gesamten Tagen des Kirchentags nur freundliche und hilfsbereite Menschen kennen gelernt und viele nette Gespräche geführt. Ich war überrascht, wie viele verschiedene Menschen - insbesondere Jugendliche - an Gott und Kirche interessiert sind.

Lena, 14:
Ich fand es super, wie alle miteinander umgegangen sind. Jeder hat einfach jedem „hallo“ gesagt und hat mit einem geredet- Das werde ich zu Hause vermissen.

Matthias, 50
Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Trialog zwischen Christentum, Islam und Judentum wurde auch der Umgang mit dem Fundamentalismus innerhalb der jeweiligen Religion thematisiert. Nachdenklich stimmt mich die Bemerkung, dass wir meist mit einer ähnlich zementierten Meinung den Fundamentalisten gegenübertreten, wie diese uns gegenüber. Dabei müssten doch gerade wir Nicht-Fundamentalisten aufgrund unseres ethisch-moralischen Niveaus in der Lage sein, mit mehr Offenheit zu Einbindung anstelle von Ausgrenzung beizutragen.

Alina, 14
Ich nehme mit, dass es so viele hilfsbereite Menschen gibt, die einem bei allem helfen, auch wenn man sie nicht kennt. Und: mit so vielen Menschen den Glauben zu erleben!

Jonas, 18
Vom Kirchentag in Bremen 2009 nehme ich vor allem drei Dinge mit:
* Beim „Messias zum Mitsingen“ habe ich mit 3000 Sängern ein sehr bewegendes Konzert gestaltet und neue Freunde gefunden.
* Aus dem Abschlussgottesdienst: gemeinsame, durchdachte und kreative Lösungen bringen mehr als die kurzfristige Forderung nach schnellen Lösungen.
* Viele kleine Schritte können Großes bewegen, deshalb dürfen wir uns nicht in der Masse verstecken, sondern bei uns selbst anfangen, etwas zu tun und zu ändern, was uns stört.

Ich habe viele neue Lieder, Eindrücke und Ansichten über den Glauben, die Kirche und Gott gewonnen. .

Margit, 45
Faszinierend: 3 Minuten absolute Stille vor dem Eröffnungs-Gottesdienst bei 100.000 Leuten!!!

Marcel, 14:
Ich fand am besten, dass die Menschen in Ruhe und ohne jeden Stress ausgekommen sind. Es gab auch ein sehr großes Programmangebot, so dass einem nie langweilig wurde.

Jutta, 48:
Mein schönstes Kirchentagserlebnis war die Offenheit und Freundlichkeit, mit der man behandelt wurde und die sich in den Gesichtern der Besucher widergespiegelt hat.

Eine Bibelarbeit der ganz besonderen Art fand mit Edzard „Eddi“ Hüneke von den „Wise Guys“ statt: nicht hochtheologisch, sondern ganz an der Basis; nicht verkopft, sondern sehr aus dem Bauch. Das tat einfach gut!

Hanne, 60:
Das erste Mal dabei und rettungslos begeistert! So viele Menschen, die sich über den Menschen und das Leben austauschen und gemeinsam Musik, Gedanken und Fragen austauschen und genießen. So viele junge Menschen, die als „Helfer“ Begeisterung unter die Menge gemischt haben.

Margit, 45:
In einer Zeitzeugenveranstaltung erlebte ich den 83-jährigen Juden Michael Gilead-Goldmann. Er war selbst Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung, überlebte aber KZ und Zwangsarbeiterzeit wie durch ein Wunder. Als Polizeikommissar war er im Prozess gegen den NS-Verbrecher Adolf Eichmann 1961 in Israel der Hauptvernehmer. (Dieser leitete das Referat für die Organisation der Vertreibung und Deportation der Juden und war somit hauptverantwortlich für die Ermordung von schätzungsweise sechs Millionen Menschen.) Herr Gilead-Goldmann war auch als Zeuge dabei, als das Todesurteil an Eichmann vollstreckt wurde. Gefragt danach, ob er in der KZ-Zeit nicht seinen Glauben verloren hatte, antwortete er: „Wenn jemand seinen Glauben verliert, verliert er die Lust, zu leben.“ Diesen Satz möchte ich nie vergessen.

Oliver, 33:
Bremen- eine tolle Stadt! Ich nehme viele Impulse für die Arbeit, den Alltag und den Glauben mit.

Jara, 16:
Kirche interessiert sich sehr für die Probleme in Deutschland und der Welt und setzt sich - von den christlichen Werten angetrieben - für die Menschen und die Umwelt, die unter den Problemen leiden/leidet, ein.

Leonie, 16:
Auf dem Kirchtag in Bremen gab es tolle Vorträge, Aktionen und viele nette Menschen.

Margit, 46:
Beim Abschluss-Gottesdienst: Abendmahl mit 100.000 Leuten – und kein Geschimpfe oder keine Diskutiererei über „Wein oder Saft“, Einzel- oder Gemeinschaftskelch……. Die Lösung war hier: Saft und „Intictio“ (Eintauchen der Oblate in den Saft). Zuhause in den Gemeinden tun wir uns soooo schwer beim Diskutieren über Abendmahlsformen…..!

Der Kirchentag in Bremen war für mich eine Inspiration. Ich habe die „Perlen des Glaubens“ entdeckt, konnte mit vielen fremden Menschen Gottesdienste feiern, über wichtige anstehende Themen diskutieren, wie z.B. der Frage nach dem perfekten Menschen. Im Gespräch mit den Religionen wurde die Frage nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden im Handeln in Verantwortung vor dem Schöpfergott bedacht. In all dem war auch noch Zeit für persönliche Fragen, wo ich gerade stehe und für die stille Begegnung mit Gott.

Dirk, 17:
Mich hat es überrascht, dass man mit so vielen Menschen zusammen friedlich Gottesdienst feiern kann.

Barbara, 17:
Vom Kirchentag nehme ich das Gefühl richtiger Gemeinschaft mit. Obwohl wir die anderen Menschen noch nie zuvor gesehen hatten, gab es Umarmungen, gemeinsames Singen und Tanzen. Man wurde ohne Fragen in einer großen Familie aufgenommen und hat sich sofort wohl gefühlt. Man fand viele neue Freunde, und auch mit Gruppen wie Punks, die man sonst eher kritisch betrachtet, kam man ins Gespräch. Dieses starke Familien- und Gemeinschaftsgefühl hat mich sehr begeistert.

Christine
Eine Aussage im Forum „Zukunft, Globalisierung“: Die Frage, ob es denn Hoffnung gibt, ob es möglich ist, die Ökologische Katastrophe aufzuhalten, ist letztlich destruktiv, da sie nicht zu beantworten ist. Alle großen Veränderer (z.B. Luther, Martin Luther King) haben dagegen getan, wovon sie wussten, dass es richtig ist, und sie hatten eine positive Vision, wie die Welt nach dieser Veränderung aussehen würde. Die Liebe zu der nachfolgenden Generation ist die Triebfeder für die Vision von der Welt im Einklang mit der Schöpfung.

Mathilde, 21:
Als ich dieses Jahr zum ersten Mal beim Kirchentag war, hat mich vor allem der ökumenische Gottesdienst an Himmelfahrt beeindruckt. Ich habe mich dabei sehr über die verschiedenen Musikstile und das Zusammenspiel von Sonne und Regen gefreut!

Carolin, 18:
Was mir dieses Jahr besonders gefallen hat, ist, dass wir vielen „fremden“ Menschen ins Reden gekommen sind - war es nur die gleiche Meinung über die andauernde Verspätung der Bahn, unverschämte Leute, war es die gemeinsame Suche nach dem Veranstaltungsort, oder waren es richtige Begegnungen mit Leuten, die einem länger in Erinnerung bleiben werden, mit denen man in Kontakt bleiben wird oder die man vielleicht nächstes und übernächstes Jahr wiedertreffen wird. Ich finde, dass es das ist, was einen Kirchtag ausmacht, die Gemeinschaft und keine Scheu vor den anderen, sei es durch Gespräche, durch „freie Umarmungen“ oder durch gemeinsames musizieren „Fremder“, das sie vereint.

Laura, 14:
Das beste Erlebnis auf dem Kirchtag war für mich das „Judy Bailey“-Konzert. Da es kurz vorher geregnet hatte, waren nur sehr wenige Leute da, aber trotzdem tanzten wir einfach ohne irgendwelche Scheu, und als es dann zu regnen anfing, ging die Party erst richtig los. Wir waren klatsch nass, aber superglücklich. Außerdem finde ich es toll, dass sich eigentlich fast alle wie Brüder und Schwestern verhalten, man mit jedem reden kann und dass man einfach machen kann, was man will und das kein Mensch mitbekommt, den du täglich siehst. Das zeigt z.B. die Aktion „Free Hugs“ - das find ich einfach super.

Paula, 12:
Das Gefühl, als alle zum Anfangsgottesdienst gelaufen sind, war bewegend. Es war eine Massenbewegung!

Pia, 14:
Die Herzlichkeit und das Miteinander all dieser Menschen war toll. Alle waren nett, hilfsbereit und gut drauf. Es gab tolle Bands und andere Aktionen, an denen trotz Regen oder Kälte doch Viele Spaß hatten. Insgesamt waren es tolle, lustige, unterhaltsame und besondere Tage.

Lisa, 21:
Am meisten überrascht und erfreut hat mich die Offenheit und Begeisterungsfähigkeit der Menschen, die mir auf und rund um den Kirchtag begegnet sind. Es war ganz eindeutig zu spüren, dass Gott mit dabei war.

Simone, 17:
Die Verbindung zwischen den Menschen war wirklich spürbar. Die Momente miteinander zu genießen und die Nähe zu Gott zu spüren tat wirklich gut.

Jutta, 47:
Dieses Jahr war ich zum ersten Mal auf dem Kirchtag, und ich war überrascht, wie offen die Menschen dort waren. Außerdem war ich begeistert von dem großen Angebot an Aktivitäten.

Am schönsten fand ich den Abschluss des ersten Abends: All die vielen Kerzen leuchteten, und dazu der Gesang der Menschen, die auf Schaukeln in den Bäumen saßen: „Märchenhaft“. Außerdem hat mich beeindruckt, dass obwohl die Situation im Bahnhof und den Zügen oft so beengt und grenzwertig war, die Menschen so ruhig, gelassen, freundlich und oft auch humorvoll blieben! „Ein starkes Gemeinschaftsgefühl“

Steffi, 21:
Ich hab mitgenommen, dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, einen Gottesdienst zu gestalten.

(E.)
Zweierlei beeindruckte mich:
1.) Ein intensives Erleben des biblischen Textes im Bibliodrama (Es ging um Abraham, Sarai und Hagar). Das war sehr persönlich.
2.) Die gute Atmosphäre, die entsteht, wenn viele Menschen positiv denken, musizieren und offen füreinander sind.

Peter, 52:
Überall – im Schlafraum, auf den Gängen, beim Frühstück, im Zug, bei den Veranstaltungen, im Regen, auf den Straßen – überall war eine friedlich-freudig-freundliche Grundstimmung zu spüren. Das hat mir und auch anderen Energie und Gelassenheit gegeben; das war schön und belebend.

Magdalena, 17:
Was mich sehr beeindruckt hat, waren die Begegnungen, die ich gemacht habe. Nirgendwo anders als auf dem Kirchentag (in meinem Leben) sind fremde Menschen so offen und freundlich miteinander. Ein Stück dieser Offenheit möchte ich auch in meinen Alltag mitnehmen.

Christina, 16:
Samba. Am Abend der Begegnung. Tausende von Menschen liefen von der Bürgerweide in die Innenstadt von Bremen. Begleitet wurden sie von verschiedenen Sambagruppen. Ein ganz besonderes Klangerlebnis besonders unter der Bücke.

Ein Regenbogen. Davor eine Gewitterwarnung und riesen Hagelkörner. Alle mussten die Bürgerweide verlassen und in die Messehallen gehen. Doch dann ein Regenbogen an strahlend blauem Himmel. Ein perfekter Auftakt zu einem wundervollen Abend und einem tollen Wise Guys Konzert.

„Mensch – wo bist du?“ – „Hier bin ich!“
Ein Bericht vom Kirchentag von Steffen Groß.

Mehr zum Kirchentag in Bremen unter:
http://www.kirchentag.de

 

 
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