Ziele sind keine Wunschvorstellungen sondern Entscheidungen

Bericht Ältestentag im Melanchthonhaus Schwetzingen mit Pfr. i.R. Reinhold Grüning am 5.2.2011 von Elke Piechatzek

32 Kirchenälteste aus dem Kirchenbezirk Südliche Kurpfalz verfolgten gespannt den Ausführungen von Pastoralpsychologe Reinhold Grünig beim Ältestentag im Melanchthonhaus Schwetzingen am 5. Februar 2011.

Achtsamkeit kann man lernen - unter diese Überschrift hatte Grüning seinen Vortrag gestellt. Der erfahrene Pastoralpsychologe bat die Anwesenden in einer ersten Runde, sich den vielfältigen Erwartungen an ihr Amt anhand einer Beispielgeschichte zu stellen.

Die Erkenntnisse der Transaktionsanalyse erläuterte Grüning in einem zweiten Schritt. Unsere Persönlichkeit bestehe aus drei Instanzen, dem kleinen Kind mit dem unbändigen klaren "Ich will", das bald dem Eltern-Ich mit seinen Forderungen nach dem "Du sollst", "Man muß" begegnet.
Das Erwachsenen-Ich dagegen lebe mit klaren Entscheidungen. Der schlichte Satz" Ich tue" sorge dafür, dass jemand achtsam mit sich umgehe.

Grüning machte Mut, sich diesen drei Instanzen zu nähern. "Suchen Sie im Stillen die vielen "Ich will" und "Du sollst", die in der Psychologie gerne als "Verrücktmacher" bezeichnet werden. Stellen Sie sich Ihnen und treffen Sie dann ihre Entscheidung."
Die Instanz "Ich tue" sei diejenige, die diese Verrücktmacher in Schach halten könne.
Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas schaffte es Grüning immer wieder mit seiner Rede, die Anwesenden zum Schmunzeln und Lachen zu bringen.

Zielformulierungen sind keine Wunschvorstellungen, sondern klare Entscheidungen, so Grünings Plädoyer.
Viele Zieldiskussionen in der kirchlichen Arbeit bleiben bei den Vorstellungen des "Man sollte" stecken.
Er forderte die Kirchenältesten auf: "Achten Sie auch bei ihren Diskussionen auf die drei Instanzen: Was müssen, was wollen und was können wir? Entscheiden Sie, was Sie tun anhand der Frage: Was können wir?"

Grüning sah die Gefahr des Verbrannt werden zwischen dem Ich will und Du sollst. Dies seien meist die Auslöser eines Burn Out.
Das gesunde Erwachsenen-Ich lebe von Entscheidungen und Selbstverantwortung.

Ich bin "nur sinnvoll für andere, solange ich gut auf mich achte", so eine der Thesen von Reinhold Grüning.
Er bat die Ältesten in Kleingruppen ihre "Tankstellen" zu benennen, die sie für ihr Leben haben, in denen sie auf sich achten.
"Ein solcher Tag wie heute ist eine Tankstelle", so die Rückmeldung einer Teilnehmerin.

Dekanin Annemarie Steinebrunner dankte den Anwesenden für ihr großes Engagement in den Kirchengemeinden und schloss sich dem großen Dank an Reinhold Grüning an, der den Vormittag zur Tankstelle hatte werden lassen.

 

 
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