Sehen und Gesehen werden - Zwischenbesuch der Kirchenleitung im Kirchenbezirk Südliche Kurpfalz

Bericht zur Zwischenvisitation der Kommision der Landessynode im Evangelischen Kirchenbezirk Südliche Kurpfalz im Dekanat in Wiesloch am 31.5.2017

Roger Baudy (LS), Helmut Kühnle, Walter Funk, Jochen Beurer, Thilo Müller, Julia Falk-Goercke (LS), Thomas Riewe, Adelheid von Hauff, Horst Martin, Traugott Schächtele (LS), Annemarie Steinebrunner, Jochen Cornelius Bundschuh (LS), Theo Kraus,Ute Herold, Annegret Brauch (LS), Ute Dumke, Sibylle Rolf, Daniel Maier (LS), Wibke Klomp, Christine Wolf (v.l.) LS=Mitglieder der Kommission der Landessynode, alle anderen Bezirkskirchenrat Südliche Kurpfalz

Der Abendbesuch der Kirchenleitung Baden im Dekanat Südliche Kurpfalz stand noch ganz unter den Eindrücken der vielen, die gerade vom Kirchentag in Berlin und Wittenberg zurückgekehrt waren.
Dekanin Steinebrunner begrüßte die Kommision um Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh mit Kirchentagsschal und Kirchentagslosung.
"Du siehst mich" diese Hoffnung auf Gott präge auch die Arbeit vor Ort in den Gemeinden der Südlichen Kurpfalz. Es ginge darum, genau hinzusehen, was die Menschen von ihrer Kirche brauchen. Viele Probleme im Umgang miteinander entstammen dem Bedürfnis "gesehen zu werden".
Beim Besuch 2015 wurden "Zielvereinbarungen" getroffen, deren Fortschritte im Gespräch zwischen Kommission und Bezirkskirchenrat nach zwei Jahren erörtert wurden. Dekanin Annemarie Steinebrunner, Schuldekanin Christine Wolf und Pfarrerin Wibke Klomp /Stellvertreterin der Dekanin teilten sich die Themen des Abends und stellten die Ergebnisse der fünf Zielvereinbarungen vor.

Es wurde erzählt und kritisch nachgefragt.

Ziel 1 Stärkung der Regionen
Kann es gelingen, die ohnehin großen Kirchengemeinden der Südlichen Kurpfalz zu stärkerer Zusammenarbeit zu bewegen?
Wibke Klomp berichtete vom Tauffest der Region Wiesloch, Walldorf, St.Leon-Rot, das inzwischen eine gute "Tradition" und ein Beispiel für gelungene Kooperation sei.
Die Region Schwetzingen, Brühl, Ketsch, Oftersheim, Eppelheim und Plankstadt erarbeite Modelle und veröffentliche Angebote zusammen in der Region, wie z.B. die Veranstaltungen im Reformationsjahr.
Auch die beiden anderen Regionen entdecken Chancen der Zusammenarbeit.
In allen vier Regionen wurde deutlich: In Zeiten von vakanten Pfarrstellen ist es schwer, außer den Vertretungsregelungen weitere Wege der Zusammenarbeit zu entdecken. Es braucht Zeit, Strukturen zu schaffen, die Synergieeffekte hervorbringen.

Ziel 2 Arbeit mit geflüchteten Menschen
Wibke Klomp berichtete wie sehr sich die Zeiten seit dem letzten Besuch geändert haben.
"Wir waren gut vorbereitet auf die Situation." Es gab schon Personal mit Stellenanteilen, die vor Ort die Ehrenamtlichen unterstützt haben.
Es war gut und sinnvoll, dass der Kirchenbezirk durch die Plakat- und Handzettelaktion bereits zur Landtagswahl 2016 sich klar positioniert habe.
Die großartige Arbeit aller Ehrenamtlichen in den Gemeinden wurde von allen Kirchengemeinden unterstützt. Viele Hauptberufliche haben sich intensiv in die Arbeit eingebracht. Kirche wurde als Partner dieser wichtigen Arbeit wahrgenommen und hat an Ansehen gewonnen, so Wibke Klomp. Die Zusammenarbeit von Kirche und Diakonie und die Arbeit der Fachkraft des Diakonischen Werkes Siegrid Tautz und der Kirchenbezirksbeauftragten Margit Rothe seien beispielhaft und gelungen.
Landesbischof Cornelius-Bundschuh fragte genau nach, wie des den geflüchteten Menschen gehe, die nach der Erstaufnahme Wohnung und Arbeit suchen. Klomp berichtete von den Regelverfahren die lange brauchen, aber die ersten Familien seien inzwischen angekommen. Zur Zeit kämen Frauen und Kinder. Die Väter seien z.T. in Berufspraktika und in Arbeitsstellen vermittelt. Im Begegnungshaus in Walldorf z.B. sei die Arbeit nach wie vor groß.

Ziel 3 Kinder und Familien
Schuldekanin Christine Wolf berichtet von der neu eingerichteten Stelle: Religionspädagogik in Evangelischen Kindertagesstätten.
Gemeindediakonin Patricia Schneider-Winterstein schaffe Angebote für Kindertagesstätten und sei zusammen mit ihnen auf der Suche nach guten Ideen für religiöse Bildung. Auch der Religionsunterricht sei ein Beispiel für diese Arbeit. Die Situation habe sich verändert. Die berechtigte Frage nach dem Ethikunterricht für konfessionslose Kinder auch in den Grundschulen sei von den Kirchen immer wieder gestellt worden.
Wenn "Freistunden" dem Religionsunterricht gegenüber stehen, wird es schwierig, erzählt Schuldekanin Wolf.
Landesbischof Cornelius-Bundschuh berichtete von Gesprächen und Vereinbarungen mit der Landesregierung zu diesem wichtigen Thema.

Ziel 4 Das Fundament des Glaubens stärken
Im Reformationsjahr gebe es auch in der Südlichen Kurpfalz zahlreiche neue Veranstaltungsformate, die christliche Botschaft weiter vermitteln, berichtete Schuldekanin Wolf. Nach wie vor gebe es Kurse zum Glauben in zahlreichen Gemeinden.
Ob neue Veranstaltungsormate oder auch Gottesdienste mit anderem Format weitere Zielgruppen erreichen wurde kritisch hinterfragt.
Sehr oft kommen auch zu den "neuen Formaten" bereits mit der Kirche verbundene Menschen.
Stärker gefragt seien " Gottesdienste zu bestimmten Anlässen". Vereine wünschten sich Gottesdienst vor Ort bei Veranstaltungen oder zu bestimmten Anlässen. Dies sei ein willkommener Anlass, die Perspektive beim Thema "Gastfreundschaft" zu wechseln, bemerkte der Landesbischof. "Vielleicht kann Gastfreundschaft auch heißen? Wir sind gerne zu Gast bei Ihnen?"
Wie es gelingen kann, Menschen dazu zu bewegen, wieder in die Kirche einzutreten, war auch Thema an diesem Abend.
"Wir sollten überzeugter den Menschen erzählen, dass wir sie auch als Mitglied unserer Kirche brauchen, um unsere gute Arbeit fortzuführen", so eine Stimme im Gespräch.

Ziel 5 Umgang mit Konflikten
Dekanin Annemarie Steinebrunner berichtet von den Fortbildungen in wertschätzender Kommunikation, die der Bezirkskirchenrat absolviert habe.
Insbesondere bei Visitationen in Kirchengemeinden sei es wichtig, bestehende Konflikte zu thematisieren. Die Visiationen in Kirchengemeinden seien durch Tagungen im Bezirkskirchenrat intensiv beraten worden. Die geleistete Arbeit bei den Visitationen durch ehren- und hauptamtliche Bezirkskirchenräte zeige Vertrauen und Offenheit. Dem Bezirkskirchenrat sei aber auch klar, dass er selbst nicht Konflikte moderieren könne. Die Beratungsangebote der Landeskirche durch Moderatoren bei Liegenschaftsangelegenheiten und durch Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung werden empfohlen und von den Gemeinden auch angenommen.

Die Kommission zeigte sich beeindruckt von den "guten Erfahrungen" bei Visitationen in der Region. Dies sei keineswegs selbstverständlich.

Dekanin Annemarie Steinebrunner hatte zu Beginn davon erzählt, dass im Kirchenbezirk ein Projekt "Einladende Gemeinde" starte, das Kirchengemeinden in den Blick nehme zum Thema Außenwirkung. Es sollen sich "alle Menschen willkommen fühlen". Gemeindediakonin Jutta Reick wird ab Sommer 2017 mit Kirchengemeinden zu diesem Thema arbeiten.

"Vielleicht fängt es mit dem Sehen an", so Dekanin Annemarie Steinebrunner. Schon in der Schöpfungsgeschichte sieht Gott an jedem Tag, dass es gut war. Und diese Geschichte ende sogar mit dem Satz: Und siehe es war sehr gut. Am Abend im Bezirkskirchenrat wurde deutlich. Es wird genau hingeschaut in der Südlichen Kurpfalz, vieles in den Blick genommen, manches kritisch gesehen, aber immer mit Wohlwollen betrachtet.


Elke Piechatzek

 

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