Schuldekanin Christine Wolf und Daniel Hager-Mann im vollbesetzen Saal des Josefshaus
Bericht vom Ökumenischen Religionspädagogischen Tag am 5. April 2011 im Josefshaus Schwetzingen von Elke Piechatzek
Schuldekanin Christine Wolf und Daniel Hager-Mann im vollbesetzen Saal des Josefshaus
"Sie werden zu Modellen für evangelische und katholische Christenmenschen", kündigte Professor Dr. Hartmut Rupp vom Religionspädagogischen Institut der Evangelischen Landeskirche in Baden den fast 90 Religionspädagogen bei ihrem Jahrestreffen an.
Schuldekanin Christine Wolf bei ihrer Begrüßung
Schuldekanin Christine Wolf und Schuldekan Bernd Sauer hatten eingeladen zum Ökumenischen Religionspädagogischen Tag ins Josefshaus nach Schwetzingen, um gemeinsam über den Umgang mit Vorbildern nachzudenken.
Schuldekan Bernd Sauer beim Morgenlob
Rupp führte nachdenklich und pointiert in die Vorbilddiskussion ein. Menschen haben unterschiedliche Vorbilder zu unterschiedlichen Zeiten, so eine seiner Thesen. Da Jugendliche ihre Vorbilder selbst wählen, könne es im Religionsunterricht nicht darum gehen, diese zu reglementieren.
Vielmehr brauchen Jugendliche Werte, innerhalb derer sie ihre subjektive Bindung an ein Modell prüfen können.
Harmut Rupp vom RPI Baden
Vorbildlernen brauche Zeit, so Rupp weiter. Gute Vorbilder helfen dem Menschen zu einem eigenständigen Leben in Solidarität mit anderen.
Rupp erinnerte daran, dass Vordbilder nicht nur in der fernen Welt zu suchen seien. "Die Alltagshelden" seien es vielmehr, die Jugendlichen als Wertemodell präsentiert werden sollen. "Die Jugendlichen stricken ihre Vorbilder selbst.... Nur ohne Wolle kann niemand stricken", so fasste Rupp die Ziele des Vorbildlernens zusammen.
Die Suche nach Modellen für das Leben führe im Religionsunterricht zunächst in den Alltag einer Stadt, um dort vorbildliche Menschen zu entdecken. Die großen Vorbilder des Christentums sollen ebenfalls vermittelt werden. Fatal sei aber, wenn dabei die negativen Seiten verschwiegen würden. Jesus Christus sei dagegen für Rupp das Ur-Vorbild, das Maßstäbe für gute Vorbilder liefere.
Bei der Suche nach Vorbildern sollen Kinder und Jugendliche beim Nachdenken und nicht beim Nacheifern unterstützt werden.
In den Workshopzeiten am Vor- und Nachmittag ging es praktisch an die Arbeit. Das mit dem "Gefällt mir Button"- müssen Sie noch einmal zeigen.. ruft eine Teilnehmerin beim Facebookworkshop dem Referenten Thomas Richers zu.
Welche Rolle spielen die sozialen Netzwerke beim Vorbildlernen?, war dabei die Frage der anwesenden Religionslehrer.
Carmen Fröhlich-Waldi und Franziskus
Wie können Franz von Assisi oder andere Heilige im Unterricht besprochen werden? Carmen Fröhlich Waldi und Christina Zimmerer brachten viel Material und Anschauliches mit in ihre Workshops.
Christina Zimmerer
Studienleiter Michael Beisel vom Religionspädagogischen Institut Baden zeigte und bewertete die Mädchenvorbilder in Filmen wie Lillifee und Hanna Montana. Sein Kollege Dr. Heinz-Günter Kübler nahm die Frage nach Jesus als Ur-Vorbild auf und machte es zum Thema seiner sehr gut besuchten Workshops.
Lillifee und Michael Beisel
So behielt Daniel Hager-Mann vom Staatlichen Schulamt Mannheim recht, der als regelmäßiger Gast die Religionslehrkräfte begrüßt hatte.
"Schule muss Vorbildliches machen." Die Rolle des Religionsunterrichts bei dieser wichtigen Aufgabe ist klar zu benennen:
"Nachdenken statt Nacheifern". Der Ökumenische Religionspädagogische Tag lebte dieses Motto eindrücklich.

Bärbel Morsch vom Diakonischen Werk Südliche Kurpfalz stellte den Kinderförderfonds Südliche Kurpfalz vor.
Gudrun Hemker berichtete von ihrer internationalen Tätigkeit für Kinderrechte im Verein Kinderrechte Afrika und Bice Deutschland e.V.
Referat Hartmut Rupp (89KB)